Der
erste Eintrag in meinem Tagebuch lautet: „Um 3 Uhr fing es an zu regnen, Julia wurde wach und schickte mich raus die Wanderstöcke von der Stuga holen.“ Wir waren noch nicht so abgebrüht, wie nach zwei Wochen wandern und hatten noch Sorge um unsere Wanderausrüstung. Gepeinigt von dem Schicksal, dass viele Fahrradbesitzer in Großstädten teilen, hatten wir nicht wirklich die Grund zur Sorge, dass uns etwas gestohlen werden würde.
Der
Nachtzug rattert, aber das Schlafen fällt leicht. Zu kaputt sind wir von der Reise. Selbst das Treffen um 8.00 Uhr zum Duschen bei Heidi und David lassen wir sausen, obwohl uns eine Dusche gut getan hätte. Wir wussten nicht, dass es die letzte Duschmöglichkeit für 12 Tage sein wird. In Boden mussten wir den Zug nach Gällivare nehmen. Für eine so lange Strecke hat der Nachtzug erstaunlich wenig Verspätung. Zusammen genommen musste der Anschlusszug in Boden nach Gällivare nur 20 Minuten auf uns warten. Schnell wurden Lobeshymnen auf die Schwedische Bahn geschwungen, mal sehen, ob sich das bewahrheiten wird.
Eigentlich hatte ich vor, Anfang August den Fjäll Räven Classic zu laufen, um dann zwei weitere Wochen in Lappland zu wandern, bis Julia und ich zusammen den Padjelantaleden laufen werden. Der Plan wurde dann aber nach einiger Zeit über den Haufen geworfen. Zum einen hatte ich ein Praktikum zu absolvieren, zum anderen war die Vorstellung, dass 2.000 Wanderer beim Fjäll Räven Classic die 110 km wandern, viel zu grotesk und irgendwie abstoßend. Ich konnte erfolgreich meine Teilnehmerkarte an Simon aus Lübeck verkaufen, der uns im Vorfeld mit nützlichen Tipps weiterhalf.